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9. THEMENABEND:
Zeha - Die älteste Sportschuhmarke Deutschlands

News & Stories — 13. April 2018
von Jannyn Sass
Tanz auf dem Vulkan, Kaffeehauskultur und Variete-Nächte. Zeha Schuhe sind in den 20er Jahren bei Berliner Künstlern und der Großstadt-Bohème beliebt: Qualität und Raffinesse machen die Schuh-Variationen zu Objekten der Begierde. 

In den 60er Jahren tragen 17 Millionen Menschen Zeha-Schuhe. In den 80ern brach die Marke ein und erlebte ihr Revival um die Jahrtausendwende dank Alexander Barré. Und auch heute sind Zeha Schuhe weltweit beliebt. Alles rund um den Aufbau der Marke, Historie, Neustart und Durchhaltevermögen sowie die originalen wie auch die neuesten Modelle aus Berlin - erfuhren unsere Gäste direkt von Alexander Barré, dem Zeha Berlin Inhaber. 

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Von der ältesten Sportschuhmarke Deutschlands

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Älter als Puma, älter als Adidas. Zeha blickt auf eine mehr als 100 Jahre alte Tradition zurück. Was einst als kleiner Familienbetrieb unter Carl Hässner begann, erwuchs in der DDR zu einer weltweit anerkannten Schuhmarke, die in viele Länder exportiert wurde.
Der Gründer

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Die Geschichte begann mit der Entdeckung auf einem Berliner Flohmarkt und ließ Alex Barré fortan nicht mehr los. Alex hatte Feuer gefangen und wollte zunächst alte Bestände aufkaufen, merkte aber schnell, dass diese rar waren und entschied sich, die Sportschuhe der Ost-Berliner Jugend von einst neu auflegen zu lassen. Gemeinsam mit einem Schulfreund begann er zu recherchieren - wo wurden diese Schuhe produziert, welche Materialien fanden Verwendung, welche Technologien waren nötig, einen Schuh wie diesen zu produzieren? Mit einer gewissen Unbedarftheit stürzte sich Alex in das Abenteuer, die Zeha Schuhe neu zu produzieren. Er fuhr nach Thüringen, um festzustellen, dass in dem Werk von damals nicht mehr produziert wurde. Die Produktion war 1990 zusammengebrochen, das Werk eine Ruine. Das Ende der Idee? Durch einen glücklichen Zufall lernte Alex den ehemaligen Produktionsleiter kennen, der ihn und seinen Freund mit alten Modellen, Katalogen, Schnitten und einem alten Schuhlexikon versorgte - kurzum mit der Basisausstattung, mit der sie starten konnten.


Auch die Begegnung mit dem damals fast 80jährigen Gerhard Motsch, ehemals Leistenmacher bei Adidas und Pumas, war wie ein Wink des Schicksals. Er gab ihnen - beeindruckt von ihrem Anfängerenthuasiasmus und etwas zweifelnd angesichts der bis dato mangelnden Kenntnisse - einen Leisten und einen guten Rat mit auf den Weg: "Wenn ein Produzent euch sagt, es gäbe kein Problem, dann habt ihr ein Problem". Dies hat sich dann auch schnell als Wahrheit entpuppt. Beispielsweise sollte eigentlich in Deutschland produziert werden. Doch daraus wurde nichts. Fehlerhafte Herstellung und Mängel am Produkt veranlassten sie, die Produktion zunächst in die Slowakei und dann schließlich nach Italien zu verlegen. Hier stimmte die Qualität - nur das Einhalten von Terminen nicht.


Heute bezieht Zeha Berlin das Leder aus Italien und hat den Produktionssitz nach Portugal ausgelagert. Mit Erfolg! Die "Carl Hässner" und die Streetwear-Schuhe finden weltweiten Absatz - von Kanada, über Russland und sogar in Japan.

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Zeha ist Schuhtechnologie

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Längst sind die Zeiten der Ahnungslosigkeit vorüber. Rückblickend ist Alex Barré heute - auch gerade durch die Rückschläge, die er anfangs einstecken musste - zum Experten der Schuhtechnologie geworden und könnte selbst ein Schuhlexikon schreiben. Von der Wahl des richtigen Leders, das nicht einmal von einem Mückenstich des Tieres beeinträchtigt sein darf, da es ansonsten Risse in der weiteren Verarbeitung verursacht, über die Herstellung der authentischen Farben bis hin zur richtigen Pflege - nämlich ohne Alkohol in den Pflegemitteln - die Qualität in der Materialität sowie in der Herstellung und dabei aber nah am Original zu sein - das ist Alex bis heute mit am wichtigsten.
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"Ein Hindernis ist eine Herausforderung, ein Rückschlag nur ein Grund, die Technik zu verfeinern und neu Anlauf zu nehmen." (Alex Barré)

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Zur Historie


  • 1897
    Gründung der Zeha Ledermanufaktur für Damen- und Herrenschuhe durch Carl Hässner

  • 1920er
    Zeha-Schuhe erobern die Berliner Großstadtbohème

  • 1950er
    Teilung Deutschlands, Start in der DDR, 1954 Eintrag der beiden Doppelstreifen ins Markenregister

  • 1960er
    17 Millionen Menschen tragen Zeha! Schulsport-Schuh Nr. 1, DDR-Athleten-Ausstatter, Fussballschuhe mit Spikes, ultraleichte Rennschuhe

  • 1980er
    Einbruch der Marke durch den Mauerfall

  • 2002
    Neustart mit Alexander Barré und Torsten Heine

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