GESCHÄTZTE MITBEWOHNER

Umso mehr wir von technischer Perfektion und Digitalisierung überzeugt sind, wächst auch ein Bedürfnis nach stofflichem Erleben. Genauso verhält es sich mit unserem Wohnumfeld: Umso steriler ein Ort, desto größer unser Bedürfnis, ihn zu beleben. Zumindest ein kleines bisschen, trotz aller Minimalismus-Trends der letzten Jahrzehnte.


Gerade ein technikaffines Volk wie die Japaner hat es vorgemacht. Kurz vor dem endgültigen Verschwinden entdeckten sie ihr Handwerk neu und machten dessen Qualitäten in seiner ganzen Aura erfahrbar – und begehrt. Jeder, der schon einmal das Glück hatte, dieses Land zu bereisen, weiß: Vermutlich finden sich nirgends auf der Welt Wohnungen, die so ausgewählt möbliert sind. Manchmal ist es kaum mehr als ein Schlafplatz und eine Kleiderstange. Aber: immer akzentuiert mit wenigen, sehr schönen kleineren Gegenständen. Ein Tasse, eine gedrechselte Büchse, eine Lackarbeit. Benutzt und gleichzeitig aufbewahrt als etwas ganz Besonderes.


Die Summen, die Japaner für diese Besonderheiten ausgeben, kann ein Europäer kaum nachvollziehen und doch können sich in diesem Bild Fortschritt und Tradition versöhnen.

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