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Gut gebäumt ist halb gewebt

News & Stories — 09. Februar 2015
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734 dünne Fädchen, die akribisch auf den Baum eines musealen Webstuhl gefädelt sind, bilden die Nahrung für die scheinbar federleicht entstehenden Muster unter den Händen der Handweberin Dagmar Schefe.

"Die Vorbereitung ist das wichtigste bei dieser Arbeit und es ist höchste Konzentration dabei gefragt, schließlich kann man bei den hunderten Metern von Baumwollfäden leicht einmal durcheinander kommen."

Im Anschluß an ihre Meisterprüfung wurde Sie als Kunsthandwerkerin anerkannt und arbeitet seit 34 Jahren behände in ihrer kleinen Werkstatt in der Schweriner Innenstadt.

Die Handweberei ist einer der ältesten Kunsthandwerksbetriebe der Region. Dort entstehen filigrane Stoffe mit aparten Mustern, hauchdünne Transparente die kompliziert verknotet sind und farbenfrohe Wandbehänge.

Die zarte Anmutung der Handweberin findet sich in jeder Ihrer Arbeit wieder. Wer also auf der Suche nach sensiblen Webereien ist, trifft hier auf eine Fundgrube.

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Als ich die Werkstatt betrat, war ich erstaunt mit welcher Feinheit sie ihre Arbeiten fertigt und sehe zart luftige Transparente aus Leinen, mit raffinierten Muster, die wunderbar als Fensterbehang oder vor einer farbigen Wand passen würden, neben einer klaren farbsicheren Wollweberei, die ich mir sofort auf meinem Esstisch als Brücke vorstelle.

'Schon als Kind webte sie gerne und da ihre Mutter Kunsthandwerkerin war, fiel der Entschluss für eine kunsthandwerkliche Ausbildung als Handweberin umso leichter.' Begeistert spricht sie über Ihre Muster und wie sie durch einen Wandteppich im Europaparlament in Brüssel zu einer neuen Idee inspiriert wurde. Als sie mir ihre winzige Zeichenskizzen zeigt, hopsten ihre zwei Katzen schnurrend über den Tisch.
Ihr großes Vorbild, sagt sie, ist die Bauhausschülerin Margarethe Reichardt. Bei ihr hat sie von 1966-1968 in Erfurt-Bischleben gearbeitet und wurde von ihr damals wesentlich in ihrer Begeisterung für Farben und Muster bekräftigt.

Heute arbeitet sie selbständig in ihrer kleinen Werkstatt und erfreut den kulturbegeisterten Besucher mit ihren charmanten Arbeiten. (hp)
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