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Existenzieller Luxus 1 - La Marzocco GS 3

News & Stories — 02. März 2016
von Matthias Kanter
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Eine Ode an die La Marzocco GS3. Freunde hatten recherchiert und einer hatte sich gar zum erfolgreichen Röster entwickelt und war natürlich meine erste "Lernadresse".

Wie immer sichtete ich zuerst die Grenze zwischen Privatem und Professionellem. Wenn das auch manchmal nur behauptet wird, ist diese Grenze bei Espressomaschinen gut bestückt. Wer sich für feine mechanische Lösungen und Messinstrumente begeistern kann, ist hier schnell verführbar.


Hätte man die Möglichkeit, verschiedene Modelle länger privat zu testen, würden sich manche Prioritäten leicht verschieben. Vielleicht ist dann eher der zweite Wasserkreislauf, die Tankgröße oder der Brühkopf entscheidend. Unendliche Diskussionen in den Foren der Freunde der Kaffeezubereitung berichten über individuelle Unterschiede aber auch von Übereinkünften in der Szene. Von diesem Erfahrungsschatz profitiert heute jede Produktrecherche und nicht wenige Fragen werden dem Newcomer freundlich und sachkundig beantwortet.


Meine Recherche endete an zwei Maschinen. Eine vernünftige Gute und dem Wissen, dass es auch eine absolute Maschine gibt, die für mich Fernziel bleibt. Eine ist ein sogenannter Halbautomat in dickem Edelstahlgehäuse mit E-61 Brühgruppe, zwei Kreisläufen, 6 L Boiler für genügend Reserve und der Wahl zwischen Festanschluss und dem Wasserbezug aus der PH richtigen Wasserflasche.


Sie arbeitet jetzt wartungsarm und pflegeleicht zur vollen Zufriedenheit seit 5 Jahren in meiner Küche. Ersatzteile sind schnell und preiswert verfügbar und die Maschine in der Größe eines Hotelzimmerkühlschrank ist für Reparatur konzipiert. Nach dem ich einige Vollautomaten in der gleichen Preisklasse von innen sehen konnte, würde ich sie als mechanisch solide, klassische Bistromaschine bezeichnen, die man mit Freude zerlegen kann.


Solch eine Maschine ist heute um 2000 Euro im Handel zu bekommen und sollte privat genutzt ein Leben lang halten. Das ist der Bereich den ich kompromisslose Qualität nennen würde. Dann gibt es noch eine Maschine zum fast dreifachen Preis. Dem Uhrenfreund könnte ich einfach erklären, es ist ein Unterschied wie zwischen einer Nomos Tangomat und einer Langematik . Aber selbst dieser Vergleich stimmt nicht wirklich. Die in Sachsen gefertigten Uhren sind beide mechanische Meisterwerke der Zeitmessung. Spätestens die Uhren von Länge und Söhne sind aber nicht nur kompromisslose Spitzenqualität sondern auch Statussymbol und Inbegriff von klassischem Luxus mit Platingehäuse oder Krokoarmband.


Die GS3 dagegen ist kein Status-Luxus sondern eher die absolute kompromisslose Ausführung einer professionellen Bar-Maschine für Privatgebrauch mit einigen, einzigartigen Funktionen die nur dem lernwilligen Hobby-Barista Nutzen bringt. Ihre fein steuerbare Preinfusion über das Paddle ist neben der riesigen gesättigten Brühgruppe das sichtbarste Alleinstellungsmerkmal.


Sie fordert aber auch Ihren Nutzer mit den Möglichkeiten eines justierbaren Instruments. Die Hersteller von La Marzocco sind Qualitätsfanatiker. Ein Blick in das Innere begeistert Fachleute und (das ist sehr selten in Fachforen) alle Kenner benennen sie immer wieder als das absolute Ende der berühmten Fahnenstange.


Geringste Produktionszahlen und begeisterte Nutzer machen die Chance eine gebrauchte GS3 zu erwischen so rar, dass sie auch im Secondmarkt leicht große Teile des Neupreises erzielen, was sie wiederum zu einer äußerst preiswerten Maschine macht für die Zeit der Nutzung.


Zugegeben. Wer über eine GS3 nachdenkt, hat die Kaffeezubereitung als Hobby gewählt und sucht nach einem geeigneten Instrument. Man könnte es Luxus nennen. Ich habe mich für die erst beschriebene Maschine entschieden, da Espressozubereitung nur eine begrenzte Bedeutung in meinem Leben hat, aber ich kann verstehen wenn jemand aus ganz praktischen Erwägungen der Faszination einer La Marzocco erliegt.


Ich nehme sie deshalb in unsere Idee von existenziellem Luxus mit auf, auch weil eine Firmenphilosopie, wie die der Italiener heute immer seltener wird. Unter Autofreunden wird es schwer sich über das beste Auto zu einigen. Den Uhrenkennern könnte das vielleicht gelingen und es ist eine andere sehr schöne Geschichte, dass es gerade Schweizer waren, die dieses Wunder in Glashütte ermöglichten.


Fragt man Kenner guter Espressomaschinen (ohne Eigeninteressen im Vertrieb) wird La Marzocco ohne Diskussion als Qualitätsmarktführer benannt. Ihre "kleine" Maschine für die Grenze zwischen Gastro und Privatnutzung ist die GS3.


Es gibt keine Bessere! Formost hat sich entschieden beide Qualitätsetappen der wirklich guten Maschinen im Shop abzubilden.

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