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Ein Leben ohne Dackel...
News & Stories — 15. September 2016
von Matthias Kanter
...ist möglich, aber sinnlos! 
(frei nach Loriot) Wie ich vor ca. 20 Jahren als "Katzenmensch" auf den Hund gekommen bin, erinnere ich noch gut.

Ein Bekannter hatte Welpen, meine Partnerin war schutzlos, und wir (zwei junge Kater und ich) waren eher tolerant.


Vielleicht stimmt die Beobachtung, dass man der ersten Rasse meist treu bleibt, aber heute lebe ich aus freiem Willen mit einer Rauhhaarteckeldame, die ich nach dem Tod der Ersten mit den Kindern bewußt ausgesucht und gekauft habe und drei Katzen.


Elli ist eine ambitionierte Jägerin, äußerst autonom, selbstsicher und freundlich zu den meisten Menschen. Sie lebt in unserem Dorf ein sehr freies Leben. Oft eher neben uns als mit uns. Täglich haben wir einen kleinen Test, wer besser seinen Willen durchsetzen kann und ich könnte leicht einige Seiten füllen, was mir an ihr und dieser Rasse besonders gefällt. Immer wieder muss ich über sie lachen, staunen und ihre Cleverness honorieren.

Wenn wir mal in die Stadt müssen, spüre ich, dass wir unter solchen Umständen nie zusammen gekommen wären. Zusammen ernten wir die verschiedenste Reaktionen. "Oh ein Rauhhaarteckel! ...das ist ja herrlich Oldschool!" bis zum neuen "Trendhund" für die Stadt, weil man selten mehr einen echten Hund in dieser Größe bekommt. Ich habe schon als Nichtjäger oft ein schlechtes Gewissen und verstehe, warum gute Züchter diese Hunde nur an bestimmte Kunden verkaufen. 


Von Japanern habe ich gelernt, dass die Rasse sehr deutsch und für Japaner exotisch ist. Von Hühnerhofbesitzern lernte ich staunend, dass mein Dackel zielsicher die teuersten Zuchthühner getötet hat, die man als Laie nicht von einer Standardlegehenne unterscheiden kann.


An einem Spätsommertag wie heute liegt sie 80% des Tages auf Beobachtungsposten unterm Quittenbaum an der Dorfstraße mit Höhepunkten wie der Ankunft des Briefträgers oder unerwartetem Besuch.
Gegen Abend werden die Radien der Streifzüge größer und beim letzten Ruf ins Haus verhandelt sie mit mir, ob sie nicht die ganze Nacht jagen dürfte.


Wenn ich nachgebe, kommt früh ein völlig verdreckter müder Teckel nach Hause der erstmal bis Mittags durchschläft. 

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