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QUELLE: BAUHAUS-ONLINE.DE

Vom Bauhaus nach Buenos Aires

Das MoMA zeigt erstmals in einer Doppelausstellung das künstlerische Werk der beiden Fotografen und ehemaligen Bauhaus-Studenten Grete Stern und Horacio Coppola. In der Ausstellung „From Bauhaus to Buenos Aires. Grete Stern and Horacio Coppola“, die noch bis zum 4. Oktober 2015 zu sehen ist, werden mehr als 300 Werke präsentiert, die das Museum aus anderen Museen und Privatsammlungen zusammengestellt hat. Darunter befinden sich über 250 vintage prints und Fotomontagen, 40 originale typografische Werke und prämierte Werbematerialien, sowie 26 Fotobücher und Zeitschriften und vier 16mm-Filme.

Stern und Coppola waren auf ihrer Suche nach einer modernen Sprache verbunden – nicht nur als Eheleute (1935 bis 1943) sondern auch in ihrer Arbeit. Obwohl ihre künstlerische Laufbahn in der europäischen Avantgarde der späten 1920er und frühen 1930er-Jahre ihren Anfang nahm, entstand der Großteil ihrer Fotografien in Argentinien, wo sie in einem pulsierenden Umfeld emigrierter Künstler und Intellektueller verkehrten. Als Vorläufer der Fotografie des Neuen Sehens in einem Land, das sich noch in den Anfängen moderner Identität bewegte, wurden Coppola und Stern bekannt als Gründer der modernen lateinamerikanischen Fotografie.

Die frühesten ausgestellten Arbeiten stammen aus den späten Zwanziger und frühen Dreißiger Jahren als beide Künstler erstmals ihre Fühler nach der Fotografie und dem Grafikdesign ausstreckten. Als Grete Stern bei dem renommierten Berliner Fotografen Walter Peterhans, der ab 1928 als Leiter der Fotoklasse ans Bauhaus berufen wurde, in die Lehre ging, traf sie auf Ellen (Rosenberg) Auerbach. Zusammen eröffneten sie das Fotostudio „ringl+pit“. Sie spezialisierten sich auf Portrait- und Werbefotografie, von denen eine Vielzahl der erhaltenen Arbeiten in der Ausstellung im MoMA zu sehen sind.

Coppola's erste Fotografien entstanden in Buenos Aires in den späten Zwanziger Jahren. Sie zeigen optische Kuriositäten: Anstatt die Kamera zu nutzen, um Details der sichtbaren Welt wiederzugeben, nutzte Coppola sie zur Verkomplizierung traditioneller Dinge und deren Ansichten und schuf so malerische Räume. Ähnlich wie Man Ray und László Moholy-Nagy galt sein Interesse Lichteffekten, Prismen und Glas, um mit deren Hilfe visuelle und metaphorische Potentiale der Dinge auszuschöpfen. Er nahm seine Heimatstadt aus ungewohnten Perspektiven auf – vergleichbar mit den Fotografien der Metropole Paris von Germaine Krull zur selben Zeit. Diese frühen Arbeiten zeigen Coppola's wachsendes Interesse an den neuen Möglichkeiten fotografischen Ausdrucks, das ihn 1932 ans Bauhaus führte. Hier lernte er Grete Stern kennen.

Nachdem das Bauhaus 1933 geschlossen wurde und die Nazis immer mehr Macht erlangten, verließen Stern und Coppola Deutschland. Stern ging nach London, wo sie sich im intellektuellen und künstlerischen Kreis ihrer links gerichteten Freunde – darunter Bertolt Brecht, Helene Weigel, Karl Kosch und Paula Heimann – einrichtete. Nach ausgiebigem Reisen und Fotografieren in ganz Europa kam auch Coppola nach London. Seine Fotos aus dieser Zeit schwingen zwischen sozialer Sorge und surrealistischer Fremdartigkeit.

Die Ausstellung präsentiert außerdem Filme, die Coppola in Berlin, Paris und London während dieser Jahre produzierte. Der erste dieser Filme, „Der Traum“ (1933), ist am weitesten verwandt mit surrealistischen Filmen, während die nächsten zwei Filme „Un Muelle del Sena“ (Ein Kai auf der Seine) (1934) und „A Sunday on Hampstead Heath“ (Ein Sonntag in Hampstead Heath) (1935) weit ambitionierter sind und die Kamera abwechselnd Standaufnahmen filmt um dann rundum schwenkt und so die Bewegung der urbanen Umgebung festhält.  

1935 heirateten Coppola und Stern; sie gingen nach Buenos Aires. Hier stellten sie ihre Arbeiten in den Büroräumen des Avantgarde-Magazins „Sur“ aus und proklamierten so die Ankunft der modernen Fotografie in Argentinien. Mit ihrer Ausstellung erfuhr das Künstlerehepaar äußerst positive Kritik, wodurch ihr Heim zum Treffpunkt der – sowohl argentinischen als auch emigrierten – künstlerischen und intellektuellen Avantgarde.

1936 wurde Coppola damit beauftragt, Buenos Aires für eine große Publikation anlässlich des 400. Geburtstags der Städtegründungfotografisch zu dokumentieren. Dieser Auftrag sollte seine Karriere definieren. Coppola nutzte diese Chance, seine eigene moderne Vision der Stadt zu konstruieren – eine Vision, die die Feierlichkeiten und die Strukturen der Stadt miteinander verwob. Darauf folgend fertigte Coppola seinen letzten Film, „Así nació el obelisco“ (Die Geburt des Obelisken) an – eine Ode an Buenos Aires und sein neu konstruiertes Monument. Der Film vereint dynamische Aufnahmen der Stadt mit Sequenzen einfühlsam gestalteter Standbilder. In sechseinhalb Minuten präsentiert er einen pulsierenden, souveränen Mix seiner Einflüsse, von Moholy-Nagy und Krull über die Künstlerbewegung der Konkreten Kunst in Argentinien bis zu Filmen von Walter Ruttmann, Charles Sheeler und Paul Strand.

Während der 1940er-Jahre fertigte Stern einfühlsame Portraits von Künstlern und Schriftstellern an, von denen viele mit der internationalen antifaschistischen Sache und dem aufkeimenden emanzipatorischen feministischen Bewusstsein umgaben, darunter der Theaterautor Amparo Alvajar, die sozialrealistischen Maler Antonio Berni, Gertrudis Chale und Lino Eneas Spilimbergo, der Dichter Mony Hermelo und der Grafikdesigner Clément Moreau. Unter Stern's zahlreichen anderen Themen gehörten der Dichter und Politiker Pablo Neruda, der abstrakte Maler Manuel Ángeles Ortiz und der Schriftsteller Jorge Luis Borges.

Die Ausstellung schließt Mitte der Fünfziger Jahre mit einer Präsentation von Grete Stern's „Sueños“ (Träume) – eine Serie innovativer Fotomontagen, die sie zwischen 1948 und 1951 wöchentlich für das Frauenmagazin „Idilio“ (Idylle) anfertigte. Inhalt dieser Träume sind die Fantasien über Frauenleben, in die Stern ihre eigenen Erfahrungen als Mutter und Künstlerin hineinprojizierte. Die Fotomontagen bewegen sich zwischen glücksseliger Häuslichkeit und einem Gefühl von Enge, Privatsphäre und Zurschaustellung, kulturellem Sexismus und intellektueller Rebellion.

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