OLLY WENDT

Olga "Olly" Wendt (geb. Sommer) wird 1896 als Kind deutscher Auswanderer in Riga geboren. Bereits als erfahrene junge Schneiderin, zieht Olly zusammen mit ihrer Familie nach Dresden. 1917 nimmt sie ein Mode-Studium an der Kunstgewerbeschule Dresden auf. Olly wird dort von Designerin Margarete Junge unterrichtet, auf deren Empfehlung sie im Jahr 1920 in die Manufaktur Wendt & Kühn als Figurengestalterin geht.

Zuerst war nur ein einjähriges Praktikum geplant, doch Olly bleibt bei Wendt & Kühn ein Leben lang - ihr Austritt aus dem Kunstgewerbe macht sie erst mit 87 Jahren. 63 von ihnen verbringt sie als Gestalterin, die die Manufaktur zutiefst prägt. Trotz Weltkriegen, Verstaatlichung und politischen Krisen bleiben die Designs von Olly Wendt beliebt und die Familienmanufaktur bestehen. Die gesamte Geschichte von Wendt & Kühn ist somit von erfolgreichen Frauen geschrieben, Grete und Olly Wendt, die bereits in diesem Zeitalter ihre gestalterischen Talente mit Liebe und Hingabe zum Kunsthandwerk einsetzen. Mit einem Auge für Form und Farbe mischte Olly für jedes Detail einer Figur die Farben ganz individuell. So strahlt eine jede Figur mit besonderem Antlitz und kein Farbton gleicht dem anderen. Heute, wie damals, werden alle knapp 400 Farben von Hand gemischt.

Die von Olly Wendt gestalteten Figuren, ihr Lebenswerk bei Wendt & Kühn, werden auch heute weiterhin liebevoll handgefertigt und -bemalt. Sie hinterlässt ihre kreativen Spuren in der Geschichte von Wendt & Kühn durch die zarten Margeritenengel und die märchenhafte Mondfamilie. Vor allem die Bemalung der Figuren lag Olly Wendt besonders am Herzen - die Erinnerungen an die Kindheit im Baltikum sind beispielsweise in den reichen Details der weihnachtlich bemalten Engel wiederzuerkennen.

Wie Olly Sommer zu Olly Wendt wurde

Wie Olly Sommer zu Olly Wendt wurde

Olly Wendt mit Ehemann Johannes

Nicht nur ihre Berufung findet Olly Sommer nach ihrer Ankunft in Grünhainichen - denn in dieser Zeit wird Olly Sommer auch zu Olly Wendt - im kleinen erzgebirgischen Dorf lernt sie ihren zukünftigen Ehemann kennen - Johannes Wendt, Grete Wendts Bruder, der bereits seit Jahren die kaufmännische Abteilung des Unternehmens leitet.


Zusammen haben sie zwei Kinder - ihr Sohn, Hans Wendt übernimmt 1951 das Geschäft als Familienmitglied dritter Generation und führt das Unternehmen auch in DDR-Zeiten als "VEB Werk-Kunst Grünhainichen" weiter.


Im Jahr 1945 verliert die Familie Ehemann und Vater Johannes Wendt, der in die Sowjetunion verschleppt wird und dort als Kriegsgefangener stirbt. In der Hoffnung, ihn doch eines Tages wiederzusehen, entfwirft Olly Wendt drei Brokatengel als Wiedersehensgeschenk, die für immer an ihn erinnern.



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